Nuernberg Montero3Die volle Wucht choreografischer Vielseitigkeit. Goyo Montero ist weiter auf Erfolgskurs – seit er vor 14 Jahren die Leitung des Nürnberger Balletts mitsamt Chefchoreografen-Funktion übernommen hat. In beiden Positionen versteht er seitdem zu brillieren. Monteros Ensemble hat längst ein eigenständiges, markantes Profil. In seinen Choreografien lässt der spanische Künstler gerne existenzielle Themen anklingen, untersucht Herausforderungen, denen sich Menschen – gewollt oder unbewusst – stellen müssen. Dazu spannt er stets außergewöhnliche inhaltliche Bögen.

Schattenberg2Das zweite Wochenende des dreiteiligen TQW-Mini-Festivals „Rakete“. Aus Einflüssen von drei Choreografen kreierte Lena Schattenberg ihr Erstlingswerk „The Many Piece“. Eine tänzerische Offenbarung. Ihr „Spaziergang bei Nacht“ führt die Halb-Koreanerin Susanne Songi Griem und den Musiker Pete Prison IV auf improvisierten Pfaden durch Aspekte ihres Selbst.

Toukabri1Nach zwei Jahren pandemiebedingter online-Präsentation wird diese nunmehr fünfte Ausgabe des TQW-Festivals „Rakete“, das sich jüngeren ChoreogafInnen und PerformerInnen mit ihren sehr unterschiedlichen Erzählungen und Erzählweisen widmet, eröffnet von Mohamed Toukabri und Julia Müllner. Der Eine zeigt ein zärtliches Duett mit seiner Mutter, die Andere untersucht Staub auf seine sinnbildlichen Qualitäten.

Festwochen EroeffnungMit einem visuellen Feuerwerk wurden die Wiener Festwochen am Rathausplatz eröffnet. Neben Highlights der heimischen Popmusik, etwa mit den Techno-Meistern Kruder & Dorfmeister, steuerte Liquid Loft eine farbenfrohe, sinnliche Intervention bei, die sich stimmig in die eindrucksvollen Visuals von „hand mit auge“ einfügte. David Schalko führte Regie bei dem High-Tech Spektakel „Last Day on Earth“, das rund 50.000 Besucher anlockte. Dagegen nahm sich die Eröffnungsproduktion „Tumulus“ geradezu wie ein Unterstatement aus.

AkramKhan5Die Erzählungen über das Findelkind Mowgli, das im Tierreich des Dschungels zu einem verantwortungsbewussten Jugendlichen reift, sind, seitdem sie von Rudyard Kipling Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben wurden, immer wieder Stoff für Film- und Theaterproduktionen. Wenn Akram Khan sich damit beschäftigt, wird daraus ein Meisterwerk des 21. Jahrhunderts. Nicht nur Mowglis Welt gerät hier aus den Fugen. Mit überwältigender visueller und tänzerischer Kraft setzt der britische Choreograf ein Statement über die Zerstörung unseres Lebensraumes, das unter die Haut geht.

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