In gut fünfzig Journalismusjahren habe ich einige nachhaltige Erfahrungen gemacht. Eine davon: Es gibt nichts Schwierigeres als dauerhaft und regelmäßig Kolumnen zu schreiben. Ganz gleich, in welchem Genre. Fleißige Leser*innen werden selbst merken, wie sich berufsmäßige Humorist*innen in Tageszeitungen wöchentlich oft krampfhaft abmühen, lustig zu sein. Oder die Kolumnen-Moralisten, regelmäßig den mahnenden Zeigefinger hochzustrecken.
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In meinem vorhergegangenen Blog habe ich über das Beinahe-Prekariat geschrieben, das die meisten freien Tänzer*innen für ihre Kunst in Kauf nehmen. Kleiner Nachtrag: das gilt übrigens nicht nur für den Bühnentanz. Auch viele Tanzpädagog*innen, die in Tanzschulen Latein oder Standard mit viel Eifer unterrichten, leiden nicht an Überbezahlung. Auch bei ihnen heißt es: Leidenschaft muss Gage ersetzen.
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Speziell von Menschen (sagen wir gleich: Männern) meines Alters, die mit Tanzen nix am Hut haben, kommt immer wieder die von maliziösem Grinsen begleitete Ansage: „Hach, wie erotisch ist DAS denn!“ Und wenn sie erst hören, dass ich als einziger Mann in einer Elfer-Damen-Klasse Tanzunterricht nehme, oder oft gar als einziges Mannwesen in der Ballettstunde mit gut 30 meist sehr sehr jungen Damen an der Stange hänge – dann gibt es kein Halten mehr und testosterongetränkte Phantasien schlagen Purzelbäume.