MoralesAnaUrsprünglich waren die Tanztage 2020, wie jedes Jahr, im Frühjahr geplant. Wie so vieles konnten sie auch im Folgejahr nicht stattfinden. Nun versucht der Posthof, wenigstens ein paar der geplanten Highlights im Herbst nachzuholen. New Flamenco, Cirque Nouveau und Experimente heimischer Choreografinnen stehen zwischen 30. September und 8. November auf dem Programm.

Ana Morales, eine der spannendsten Vertreter*innen des Nuevo Flamenco, bringt ihre neue Kreation „La Cuerda Floja“ in den Posthof. In dieser Produktion lässt sie alle Flamenco-Konventionen hinter sich. „In den Monaten der Pandemie, die sie, wie viele andere Künstler, fern von der Bühne verbrachte, erlaubte sie sich die Freiheit, alle Fesseln abzuwerfen, die ihr der traditionelle Flamenco abverlangte und sie gab sich ganz ihrem eigenen Tanz hin, ihrem Körper und ihrem Geist.“ Zu ihrem trans-iberischen Musikerteam gehören der Gitarisst Bolita aus Jerez, der Baske Pablo Martín am Kontrabass und der Percussionist Paquita Gonzáles aus Cadíz. (30. September)GOM

Der zweite Beitrag in der Nachlese-Hauptreihe ist die australische Zirkus-Truppe Gravity and Other Myths, die, wie der Name schon sagt, die Schwerkraft außer Kraft setzen wollen. Das Ergebnis ist atemberaubende, tänzerische Akrobatik, die in „Out of Chaos“ (Choreografie: Darcy Grant) einen dramaturgischen Bogen des Fliegens und Fallens spannt. (14. Oktober)

HeitzingerIm Tanztage-Labor ist Iris Heitzinger am 11. Oktober erstmals mit einer Gruppe zu Gast. Zusammen mit dem Künstlerkollektiv Group LaBolsa aus Barcelona kreiert die oberösterreichische Choreografin „Umherirrende Portäts“. „Heitzinger und Group La Bolsa schlagen ein inszeniertes, kollektives Portrait vor, das die Fragilität des Individuums innerhalb der Gruppe und die Notwendigkeit der Menschheit widerspiegelt, Teil von etwas zu sein, das größer ist als das Selbst.“

Editta Braun knüpft mit „Hydráos“ an die Tradition aus den 1980er Jahren an, als das Salzburger Künstlerkollektiv Vorgänge mit der außergewöhnlichen Produktion „Lufus“ auch international Aufsehen erregte. Die Editta Braun Company setzt nun seit über 20 Jahren diese Tanztheater der entfremdeten Körper unter dem Label LUVOSmove® fort.ebc Hydraos

2019 kehrte sie an den Ursprungsort zurück, wo auf „Lufus“ 1985 auf Einladung von Germaine Acogny, der Grande Dame des afrikanischen Tanzes, entstand: Im senegalischen Dorf Fanghoumé entstand das Ausgangsmaterial für „Hydráos“, das anschließend mit Studierenden der Bruckneruni Linz einstudiert wurde. Die Musik zur Visulisierung der Evolutionsgeschichte, in der Tänzer’innen Wesen zwischen Pflanzen- und Tierwelt oder vielleicht auch Aliens verkörpern, stammt von Thierry Zaboitzeff. (8. November)

Tanztage 2021 Nachlese, 30. September bis 8. November 2021 im Posthof Linz.

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