Wiener Staatballett: Sujet „Die Jahreszeiten“ © Peter M. Mayr

Louise Lecavalier "Stations" © Andre Cornellier

Gustav August Hessl: Eduard Voitus van Hamme erteilt Kindern der kaiserlichen Familie Tanzunterricht,
Schloss Schönbrunn 1909. © ÖNB/Wien Pk 1302,29.

© Werner Kmetitsch

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Probe Sinfonie Nr15Mit seiner Spielzeitplanung holt Martin Schläpfer beim Wiener Staatsballett nach, was in Wien bisher sträflich vernachlässigt wurde: er baut die Brücke zwischen Neoklassik und zeitgenössischer Avantgarde. Denn während an der Wiener Staatsoper die akademische Tradition gepflegt wurde, lag das Tanzfeld der Moderne in der Nachkriegszeit jahrzehntelang weitgehend brach. Erst in den 1980er Jahren begannen sich neue Ansätze zu regen, damals vor allem unter dem Eindruck des Tanztheaters. Nun wird – endlich – die Tanzmoderne nachgeholt.

20 AkramKhanCompanyIm vergangenen Herbst eröffnete im Wiener Museumsquartier auf dem Dach des Leopold-Museums die „Libelle“, eine Gastro- und Event-Lokation mit beeindruckenden Aussichten. Ebensolche für ImPulsTanz 2021 präsentierten ebenda Intendant Karl Regensburger, Christine Standfest ([8:tension] Young Choreographers’ Series & mumok-Kooperation) und Rio Rutzinger (Workshops & Research) in Anwesenheit der Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.

GlassPieces PolakovaLazikMit unterschiedlichen Besetzungen stand der Wiener Staatsballett-Juni ganz im Zeichen der amerikanischen Neoklassik. Am 7. Juni war in diesem Programm Nina Poláková zum letzten Mal zu sehen, die in der nächsten Saison als Ballettchefin ans Slowakische Nationaltheater in Bratislava wechselt. 16 Jahre war sie Mitglied des Wiener Staatsballett, 2011 avancierte sie zur Ersten Solistin. Nina Poláková verstand es vor allem ihren Interpretationen in modernen Balletten einen ganz eigenen Stempel aufzudrücken, so auch in Jerome Robbins‘ „Glass Pieces“.

KatharinaSchifflDas Direktorenteam der Wiener Staastsoper stellte heute in einer Matinee die nächste Saison vor. In einer abwechslungsreiche Spielplanpräsentation mit Gustostückerln aus Oper und Ballett erörtete Staatsoperndirektor Bogdan Roščić im Dialog mit dem musikalischen Direktor Philippe Jordan, dem Ballettchef Martin Schläpfer und anderen das Programm. Eine gekonnte Inszenierung, die der Qualität, die an diesem Haus tagein, tagaus geboten wir, durchaus entsprach.

02 Hamme Bueste iconZu den immer weitergetragenen, mit dem klassischen Tanz des 19. Jahrhunderts in Bezug stehenden Annahmen gehört eine hartnäckig vertretene Meinung, männliche Tänzer betreffend. Sie seien – so wird kolportiert –, wenn überhaupt vorhanden, von marginaler Bedeutung gewesen. Das Verzeichnis des Hofopernballetts – das Jahr 1884 sei dafür herausgegriffen – gibt eine andere Auskunft. Aufgelistet sind hier 5 Solotänzer, 4 Mimiker, 21 männliche Mitglieder des Corps de ballet und 3 engagierte Eleven. Angesichts der Diskrepanz zwischen Behauptung und belegbaren Zahlen scheint es sinnvoll, nach den Aufgaben der Tänzer zu fragen.

ASuiteofDances iconMit einem erfreulichen, wohltuenden Programm feierte das Wiener Staatsballett das Ende des Lockdowns. Gut gewählt waren die Stücke, die TänzerInnen und Publikum nach der langen Trennung wieder zusammenführten – auch wenn sich beide Seiten erst wohl wieder aneinander gewöhnen müssen. Niemand könnte diese „Vermittlungsarbeit“ wohl besser leisten, als die bis heute prägenden Choreografen der klassischen Moderne, Jerome Robbins und George Balanchine.

22 TanzGOLive-Musik begrüßte schon im Foyer des Grazer Opernhauses das Publikum, das bekanntlich seit rund einem halben Jahr, also Corona-bedingt, hier und auch andernorts keine Veranstaltungen live erleben konnte. Entsprechend erwartungsvoll die Stimmung, auch wenn ob der geltenden Maßnahmen (Maskenpflicht, Abstandhalten etc.) eine gewisse Verunsicherung nicht zu überspüren‘ war. 

Undine7Um die Kosmen Wasser und Luft dreht sich alles in Karl Alfred Schreiners poetischem Abendfüller „Undine – Ein Traumballett“, der ersten Ballettpremiere nach dem Lockdown im Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz. Es sind Bilder von sich langsam entwickelnder, multiplizierender und in sich gekehrter lebendiger Schönheit, die Schreiner hier unter dem Szenen-Topos der Sehnsucht fast kanonartig streng strukturiert über die gesamte Fläche des Theaterraums auffächert. Frei von jeglichem Tempodrang oder hektischem Zwang.