Thierry Malandains choreografisches Porträt der österreichischen Erzherzogin und späteren französischen Königin Marie Antoinette, das an der Volksoper Wien gezeigt wird, versteht sich weniger als biografische Erzählung denn als abstrahierende, bewegungszentrierte Reflexion. Der Choreograf verzichtet auf psychologische Ausdeutung und narrative Stringenz zugunsten einer offenen, assoziativen Struktur.
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Möbius – Die Poesie des kollektiven Körpers. Die Bühne ist weiß und leer. Ein schwarzer Punkt bewegt sich, wird zu einer Linie, dann zu einer Welle. Plötzlich sind es neunzehn Körper, die sich hier scheinbar ohne individuelles Gesicht versammelt haben. Sie heben die Arme als breiteten sie die Flügel aus – und los geht’s. So beginnt „Möbius“, das neueste Werk der französischen Zirkuskompanie XY, das weniger eine Show ist als vielmehr eine philosophische Untersuchung in Bewegung.
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Zwei Reisende machen sich auf die Suche nach Regen, denn „Keine Wolken, kein Regen, kein Wasser!“ Gemeinsam mit seinem Freund, dem Regenschirm, sucht der Wolkenmacher nach der regenspendenden Wolke. Und was Christoph Schiele, Bildender und darstellender Künstler und Artist des Cirque Nouveau, aus dieser Suche macht, ist ein umwerfend lustiges und berührendes Objekt- und Figurenspiel.
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Der in Los Angeles und Berlin lebende Choreograf Adam Linder zählt zu den bedeutendsten Stimmen der konzeptuell ausgerichteten Tanzszene, die sich an der Schnittstelle von bildender Kunst, Musik und Performance bewegt. Linder wurde unter anderem mit dem Berliner Tanzpreis und dem Mohn Award ausgezeichnet. „Tournament“ wirkt wie eine Allegorie auf Macht, Fortschritt und Verdrängung.- Hauptkategorie: Kritiken
Ohne jeden Anspruch auf Rekonstruktion oder Reenactement gelingt es in der Wiener Kammeroper, mit der Barockoper „L’Orontea“ so gut zu unterhalten, wie es wahrscheinlich zur Uraufführung 1656 am Hof des Erzherzog Ferdinand Karl von Tirol in Innsbruck der Fall war. Wien-Debütant Tomo Sugao inszenierte die Oper Antonio Cestis zum Libretto von Andrea Giacinto Cicognini witzig und dynamisch. Auch die Lautten Compagney aus Berlin trug viel zur guten Stimmung bei.
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Die Arbeiten des Choreografenduos Sol Léon & Paul Lightfoot finden sich in den Repertoires großer Ballettcompagnien. Beim Wiener Staatsballett war ihr humoristisches Werk „Skew Whiff“ ein Publikumsmagnet. Nun zeigte das dänische Kammerballetten einen Abend mit ihren Werken in der Wiener Stadthalle. Neun Tänzer*innen und vier Musiker*innen verzauberten in einer Reihe von Kurzchoreografien, die Lightfoot und León zu einem gemeinsamen Ganzen zusammengefügt haben: „Stay Tuned“.
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Bereits zum dritten Mal wurde unter dem Titel „Unfolding Shapes“ ein abendfüllendes, mehrteiliges Programm gezeigt. Eines, das Jahr um Jahr überzeugender vorführt, dass in Graz eine zeitgenössische Tanzszene am Wachsen ist. Eine, die aus einem Nebeneinander nicht nur ein organisatorisches Miteinander erreicht, sondern auch ein Voneinander-Lernen und Miteinander im künstlerischen Arbeiten.