Eigentlich sollte das Festival mit der neuen Produktion der schwedischen Performerin Stina Fors starten, doch wurde diese durch Erkrankung nicht rechtzeitig fertig. Stattdessen gab es von ihr das Solo „A Mouthful of Tongues“, eine witzige zungenakrobatische Übung, die ein wenig ratlos zurückließ.
Gute Stimmung, Politikerinnen-Reden, Sekt, Brötchen – es war Eröffung. Entsprechend gut aufgelegt war das Publikum zum Start des Performance-Festivals, auch wenn so manchen nach Stina Fors‘ Solo die Idee fehlte, was man da gerade gesehen haben könnte. Ein wenig improvisiert wirkte dieser Auftritt der in Wien lebenden Performerin, sympathisch zwar, aber auch ein bißchen seltsam. Vielleicht fehlte auch etwas?
Was war zu sehen? Eine junge Frau im Hosenanzug, mit fester Stimme und gewinnender Art das Publikum ansprechend. Im Grunde die Attitude einer Comedien, die im Plauderton mit den Zuseher*innen kommuniziert. Irgendwie erzählte sie irgendwas Belangloses, mitunter ein bisserl lustig, die Leute dankten mit Gelächter. Das Performance-Publikum ist ja in der Regel sehr lachbereit und amüsiert sich gern über jede Kleinigkeit. Zum Beispiel über einige zungenähnliche Plastilin-Dinge, die sich Fors in den Mund stopfte und die Illusion einer Mehrzüngigen herstellte.
Weil die Künstlerin vor einiger Zeit die menschliche Stimme als Experimentalmedium entdeckt hatte, wie man in ihrer Vita lesen kann, machte sie in der Performance auch gleich ordentlich Gebrauch von ihrer wohltrainierten Fertigkeit. Mit dieser, vulgo Bauchreden genannten Technik, beeindruckte sie durch Produktion merkwürdiger Geräusche und Töne, und bewegte dazu stumm die Lippen, als ob sie etwas komplett anderes sprechen würde. Das war in der Tat erstaunlich und lustig. Als Höhepunkt tapste Fors nach einer Dreiviertelstunde Soloprogramm im Karree rückwärts, während sie ihre Lautkaskaden produzierte. Das erinnerte ganz entfernt sogar an Tanz.
Das ursprünglich geplante Stück „SPÖKA“ wird als Work in progress-Showing noch am Dienstag 18. März gezeigt. Weitere Performances bei Imagetanz u.a. : Imani Rameses: „First Person Plural“ (20., 21., 22. März), Maria Mercedes: „Shining Rose” (26., 27., 28. März). Hyeji Nam: “Manshin” (04., 05., 07. April), Björn Sästen: “Lost Night” (11., 12. April). Die Schiene brut barrierefrei veranstaltet u.a. einen Workshop für blinde und sehbehinderte Menschen: „Move to the Beat – Stay for the Pizza“.
Imagetanz – Festival für Choreographie und Performance im brut. Eröffnung am 15. März, Vorstellungen bis 12. April 2025. Programm und Infos: www.brut-wien.at