kunststoff1Es braucht Mut, Übergänge und Sprünge im Leben anzugehen. Da ist die Angst vor Verlust und die Freude auf Neues. Das Kollektiv Kunststoff nimmt den Übergang vom Kindergarten in die Schule zum Thema, mit all den Herausforderungen und Aufregungen, eingebettet in ein Trainingsszenario zum Aufbruch ins Weltall.

Vor dem Eingang zum Theater warten zwei Trainerinnen in blauen Anzügen. Sie verteilen farblich unterschiedliche Bänder mit galaktischen Zeichen, die auch auf dreieckigen Aufständern im Foyer zu finden sind und erklären, dass es nicht nur Zusehende, sondern auch Akteur:innen geben wird in den folgenden 50 Minuten. Die Spannung steigt. Dann verschwinden die Kinder, nicht in den Theatersaal, sondern in den Hof. 

Die Tür zum Theatersaal öffnet sich, die Erwachsenen treten in den kahlen Testraum für Astronautinnen. Ganz in weiß, mit viel technischer Ausstattung gleicht der Raum einer intergalaktischen Raumstation mit Sensoren, Himmelsharfen, Teststationen, Drehstühlen und Lichterbögen im wechselnden Farbenspiel. Die Kinder gleiten mittlerweile über eine blaue Rutsche mitten in die Szene, mutig und lautstark. Alle werden an den Rändern des Raumes farblich in Gruppen platziert, vorbereitet auf die kommenden Teamtests. kunststoff4

Es kann losgehen! Die zwei Trainerinnen begleiten zwei Astronautinnen bei ihren Tests, die sie vor der ersten Weltraumfahrt durchlaufen sollen. Ausdauer und Kraft, Reaktion und Stärke werden getestet, kontrolliert und lautstark angefeuert. Futuristisch anmutende Lichter, Geräte und Stationen kommen zum Einsatz. Ein Reigen an Tests und Kontrollen startet, immer wieder durchbrochen durch Einbindung des Publikums, das auch getestet wird. Und immer wieder bravourös besteht. Forschen macht neugierig auf mehr. Geräusche, Musik und Lichter: die kraftvolle Performance wechselt zügig von Station zu Station und wird zur Mischung aus Wettbewerb, Mutmach und gemeinsamem Feiern von Erfolgen. 

kunststoff3Die Raumstation meldet sich aus dem Off, wie schön denn die Erde von da draußen anzuschauen wäre. Gleichzeitig kommt die Frage auf, was denn alles vermisst werden würde, wäre man da so weit draußen: die Toiletten, der Geruch von warmen Kuchen, die Oma …

Getanzt wird wild und kraftvoll, Su Huber durchquert den Bühnenraum immer wieder forschend, suchend, ängstlich, fragend, erkennend. Khadijah Pamela Stickney als zweite Astronautin spielt auch das Theremin. Sie steht vor diesem elektronischen Musikinstrument und zaubert mit ihren schwebenden Händen Klänge in die Luft, ohne das Theremin zu berühren (das geht irgendwie über Stromkreise, die mit Antennen verbunden sind, über elektromagnetische Felder, die gestört werden….oder so). Die Klänge füllen den Raum, magisch erweitert durch die Soundinstallationen von Peter Plos. kunststoff2

Da schwebt ein blauer Rucksack von der Decke. Er passt irgendwie nicht, er macht Angst, er drückt und zwickt und zwackt. Was wird das Neue wohl bringen? Ausgepackt wird er zu einem blauen Astronautenanzug, der wie angegossen passt und  mit dem die angehende Astronautin auch die Speibkontrolle am Drehstuhl (fast) problemlos meistert, unterstützt vom fein abgestimmten Gesang nach „Major Tom“ der Trainerinnen (Christina Aksoy und Stefanie Sternig). Da kommt auch ein Moment des Aufgebens, der  Lustlosigkeit, des Abbruchs. Es hilft  grüne und blaue Raumfahrernahrung, um den Mut wieder zu finden. Sind alle  Tests erfolgreich bestanden, kann sie losgehen, die Fahrt ins Weltall, der kleine Schritt ins neue Leben, der große Sprung, schwerelos durch den weißen Raum ins Weltall.

Kollektiv Kunststoff: „Kleiner Schritt, großer Sprung“. Interaktive Performance mit Livemusik, für Besucher:innen ab 5 Jahren. Uraufführung am 12. Juni 2026 im Dschungel Wien.