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diefeenWagner für Kinder. Nicht nur das romantische Ballett liebte die Feenwelt, auch für Richard Wagner hatte sie Sex-Appeal. Die Wiener Staatsoper kürzte die Originalfassung seines Frühwerks „Die Feen“ von drei Akten und fast vier Stunden auf einen Akt von 45 Minuten und setzte sie als Kinderoper in Szene. Nun ist die „märchenhafte Geschichte um den Zauber der Liebe und der Musik“ auf DVD erschienen.

Ganz im Gegenteil zu ihren Ballett-Schwestern, die – ganz ätherische Wesen – irdischen Versuchungen nichts abgewinnen können oder dürfen, sind die Wagnerschen Feen eher lebenslustige Wesen, die sich an der Liebe ebenso wie an köstlichen Früchten erfreuen. Natürlich leben auch die Operngeister im Wald. Dort trifft also die Fee Ada den Jäger und Prinzen Arindal. Es ist Liebe auf den ersten Blick, und Arindal beschließt, ins Feenreich zu übersiedeln. Allerdings, warnt ihn der Feenkönig, sollte er seine Ada nie mehr als ein Jahr allein lassen, denn sonst erstarre sie zu Stein. Arindal hätte das auch nicht vor, würde er nicht von seiner Schwester Lora und deren Verlobten Gernot ins Diesseits zurückgerufen. Denn nach dem Tod seines Vaters ist der Prinz nun König geworden und im Reich herrscht Krieg. Pflicht ist Pflicht. Arindal geht mit Lora, besiegt den Feind, legt aber danach die Krone zurück. Denn er will nur zurück zu seiner Ada. Die ist nach Ablauf eines Jahres zu Stein erstarrt. Doch mit Hilfe des Zauberkönigs und eines steinerweichenden Liebesliedes erweckt Arindal die Geliebte erneut zum Leben. Der Feenkönig verleiht ihm angesichts dieser reinen Liebe die Unsterblichkeit. Lora und Gernot heiraten und stehen ab nun unter Feenschutz.

„Die Feen“ sind Richard Wagners erste vollendete, heute selten gespielte Oper. Musikalisch klingt hier bereits der Meister der Spätromantik an. Doch Regisseur Waut Koeken hat bei dieser Version sein Zielpublikum fest im Auge, inszeniert temporeich und hält so die Dramatik in Schach. Das facettenreiche Bühnenbild bietet den Feen immer wieder neue Verstecke, aus denen sie auftauchen können. Die SängerInnen sind allesamt überzeugend (mit Daniela Fally und Gergely Németi in den Hauptrollen). Kathleen Kelly leitet das Orchester in Kammerbesetzung sehr beherzt und dynamisch.

Auch wenn diese gestraffte Bearbeitung der großen romantischen Oper so manchen Wagnerianer enttäuschen mag, so ist sie für ein junges Publikum als sanfter Einstieg in das Werk des Komponisten bestens geeignet.

Die DVD-Ausgabe enthält eine Broschüre mit weiteren kurzen Sagen aus der Feenwelt sowie einen Bastelbogen der Hauptfiguren der Oper.

Richard Wagner: „Die Feen“ in einer Aufzeichnung aus der Wiener Staatsoper / Oper für Kinder, Bel Air Edition, 2013

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