"Visionary Dances“ nennt Ballettchefin Alessandra Ferri den neuen Abend des Wiener Staatsballetts. Die vielseitigen Tänzer*innen des Wiener Staatsballetts bringen diese Visionen allesamt zum Strahlen, agieren bestens als Ensemble, in dem Hierarchien verschwimmen, um eine kollektive Erfahrung zu generieren. Mit „Yugen“ beweist Wayne McGregor erneut, dass er im zeitgenössischen choreografischen Schaffen eine Klasse für sich ist. Nicht weniger visionär wirkt Twyla Tharps „The Upper Room“, ein Stück, das vor 40 Jahren entstand und gut gealtert ist. Justin Pecks „Heatscape“ entpuppt sich als Fortschreibung des American Ballet – allerdings bei hohem Tempo.
Artikel
Tanzvisionen beim Wiener Staatsballett
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Mario Berger: „Guitarras Mágicas“ als CD
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Selten schaffen es Solisten, so vielschichtige und wohltuende Klangwelten zu erzeugen wie Mario Berger mit der Gitarre. Nun hat der einstmals im Austropop vielbeschäftigte Künstler seine dritte CD „Guitarras Mágicas“ veröffentlicht, als Hymne an die Möglichkeiten seines Instrumentes. Und auch als eine Zeitreise entlang seiner eindrucksvollen Musiker-Karrierre mit fünf unterschiedlichen Gitarren.
"Mein erster Nussknacker" im NEST
- Hauptkategorie: Kritiken
„Mein erster Nussknacker“ nennt Eno Peci seine Version des Tschaikowski-Ballettklassikers. Dieses „erste Mal“ trifft auf den Choreografen ebenso wie auf die Tänzer*innen – Studierende der Ballettakademie und Mitglieder der Jugendcompagnie der Wiener Staatsoper – als auch auf einen Großteil des jungen Publikums im NEST zu. In dieser charmanten Interpretation betreten sie gemeinsam eine Traumwelt in Drosselmeyers Nuss- und Schokoladenladen.
Edmund de Waal: Du côté de chez McGregor / In McGregors Welt
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Die nächste Premiere des Wiener Staatsballetts (28. März 2026) vereint drei herausragend choreografisch Schöpfende nicht nur des angloamerikanischen Raums: Die Ikone der Postmoderne, die Amerikanerin Twyla Tharp, deren frech-nonchalanter jazziger Bewegungsstil sich auch in großen Häusern etablieren konnte. In diesen ist ihr junger Landsmann Justin Peck vorwiegend klassisch zu Hause. Im Londoner Covent Garden arbeitet der Engländer Wayne McGregor, seine Ballette werden als „truly of the twentyfirst century“ (Alastair Macaulay) gefeiert. Der Fokus der folgenden Ausführungen soll jedoch auf jenem Künstler liegen, der für die Dekoration von McGregors Stück „Yugen“ verantwortlich ist: Edmund de Waal.
Berlin: Unsympath Nurejew
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Drei Tage vor dem Uraufführungstermin am Bolschoi abgesagt (wegen des unbotmäßigen Regisseurs, sagen die einen, weil es zu schwul war, die anderen, weil es nicht fertig war, die dritten), Monate später, im Dezember 2017, doch zur Premiere gebracht (während der Regisseur in staatlich verordnetem Hausarrest saß), 2023 abgesetzt aufgrund des Verbots von „Propaganda nicht traditioneller Werte“: In der Geschichte des „Nurejew“-Projekts des Regisseurs Kirill Serebrennikov spiegelt sich im Kleinen die Menschenverachtung, mit der Putins Diktatur die russische Gesellschaft vergiftet. Jetzt ist „Nurejew“ in Berlin zu sehen, und das ist gut so. Aber ist auch gut, was da zu sehen ist?
„Tanz der Zilien“: Wenn Wissenschaft auf Tanz trifft
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Fünf glitzergraue Figuren vor einer großen Leinwand, auf der sich kleinste Lebewesen unter Mikroskop lässig hin- und herbewegen. Die glitzergrauen Figuren ahmen die Bewegungen nach, übernehmen sie und kommen bald selbst ins lässige Hin- und Herbewegen. Eine Stimme im Hintergrund beginnt mit der Erklärung, und alles wird verständlich. Denn was sich da bewegt, sind Zilien, so etwas wie kleinste feinste Flimmerhärchen auf der Zelloberfläche, die das Leben in Bewegung halten.