Die Wut sitzt in der Leber. Nicht in der Lunge, die hängt als leuchtende Tuba von der Decke. Die Leber als eingegrenztes aufgeklebtes Dreieck liegt auf dem Bühnenboden, und was es mit ihr auf sich hat, wird von zwei Wissenschafterinnen erklärt. Aber erst, nachdem sie ihre Mission darlegen: die wissenschaftliche Definition von „Prinzessin“.
Artikel
Argh: die Wut sitzt in der Leber
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DUAL – ich, ich oder wir?
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Ein undefinierbares Wesen betritt langsam die Bühne, versucht kurz die Welt rundum zu erkunden, um alsbald vordringlich sich selbst, dieses formlose Gebilde in Grau, zu bemerken und es Schritt um Schritt zu begreifen. Ein Wesen, das sich überraschend als Zweiheit entpuppt und sich als solche im Laufe des Plots in all seinen Gegensätzlichkeiten als ebenso bereichernde wie bedrohliche Buntheit entdeckt.
Hessisches Staatsballett im Festspielhaus St. Pölten
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Sein Österreich-Debüt gab das Hessische Staatsballett im Festspielhaus St. Pölten mit einem dreiteiligen Abend, der zwei in diesen Breiten nahezu unbekannte Choreografenduos vorstellte: David Raymond und Tiffany Tregarthen aus Kanada sowie Imre und Marne van Opstal aus den Niederlanden. Dazwischen stand ein Duo von Marco Goecke, das erneut die außergewöhnliche Einzigartigkeit dieses Choreografen ins Rampenlicht rückte.
Ein Wiener Tanzmanifest: Alice Kaluzas NN Tanz
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Gemeinhin wird das „Concert for Dance“ am 6. Juli 1962 in der New Yorker Judson Memorial Church als Geburtsstunde des Postmodern Dance angesehen. Daran wird nicht gerüttelt, doch wirft man einen Blick auf den eigenen „Wiener Teller“, genauer auf die Galerie nächst St. Stephan, Grünangergasse 1, so kann festgestellt werden, dass dort vor 66 Jahren, am 9. April 1960, mit der Verlesung des Manifests „NN Tanz“ durch die Tänzerin Alice Kaluza und die anschließende Tanzvorführung eine mit den Auffassungen der US-amerikanischen Postmoderne durchaus vergleichbare Initiative gesetzt wurde.
"Moving from Stage to Society" mit Andrew Greenwood
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Das Seminar “Von der Bühne in die Gesellschaft” mit Andrew Greenwood an der Ballettakademie Wien lädt Tanzschaffende dazu ein, ihr künstlerisches Handeln neu zu denken: nicht nur als Performance, sondern als kreative Gesundheitsressource. Vom 17. bis 19. April 2026 können Fachkräfte aus Tanz, Musik, Therapie und Pädagogik diese Transformation in einer intensiven Weiterbildung direkt erleben.
Tanzvisionen beim Wiener Staatsballett
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"Visionary Dances“ nennt Ballettchefin Alessandra Ferri den neuen Abend des Wiener Staatsballetts. Die vielseitigen Tänzer*innen des Wiener Staatsballetts bringen diese Visionen allesamt zum Strahlen, agieren bestens als Ensemble, in dem Hierarchien verschwimmen, um eine kollektive Erfahrung zu generieren. Mit „Yugen“ beweist Wayne McGregor erneut, dass er im zeitgenössischen choreografischen Schaffen eine Klasse für sich ist. Nicht weniger visionär wirkt Twyla Tharps „The Upper Room“, ein Stück, das vor 40 Jahren entstand und gut gealtert ist. Justin Pecks „Heatscape“ entpuppt sich als Fortschreibung des American Ballet – allerdings bei hohem Tempo.