Schnaufen 150Sie haben das Beste aus den gegebenen Möglichkeiten gemacht: Das Mezzanin Theater und die TanzCompanyELLA. Schon damals, als die tanzaffine Schauspielerin und Regisseurin Hanni Westphal und die jungen Tänzerinnen beschlossen, eine Zusammenarbeit zu wagen. Und dann, als sie im Frühjahr 2020 das zeitimmanente Thema der Einsamkeit von Menschen in den Mittelpunkt ihres Projektes stellten.

PB2 SchneesturmMitreißende Turbulenzen. Bloß nicht die Schneekugel schütteln! Es ist ein scheinbar harmloses Requisit, das Choreograf Andrey Kaydanovskiy (als Halbsolist beim Wiener Staataballett engagiert) zum tückischen Begleiter in Marjas Leben macht. Darin steht ein kleines, fensterloses Holzhaus – die Miniatur dessen, was sich als mobile Kulissenwand und in gestaffelten Umrissen in Groß auch im Bühnenbild Karoline Hogls wiederfindet. Symbolkräftig für ein Spiel gegen die Fügungen des Schicksals, bei dem die Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt allzu leicht verschwimmen.

Wanka1Spontaner Einkaufsbummel? Vorbei. Die neue Losung lautet: Click & Meet. Im Veranstaltungssektor geht es ähnlich zu. Dort gilt die Devise „Klick & Schau“. Jede Begegnung zwischen Künstlern und Publikum muss schon seit Monaten rein digital bleiben. Dadurch verlieren Live-Inszenierungen viel von ihrem originären Flair. Selbstredend. Aber haben Theaterschaffende noch irgendeine Wahl?!

4a YESTER NOWRolle rückwärts in den Wintershutdown. Da fällt die Erinnerung nicht schwer: Die Münchner Philharmoniker üben sich in Kurzarbeit, der komplette Gasteig steht gähnend leer. Fast der ganze jedenfalls. Im größten aller Säle, der sonst 2.400 Zuschauer fassenden Philharmonie, tanzt der Bär: YESTER:NOW – die neue Tanzproduktion von Moritz Ostruschnjak, die vorab als Film erstmals am 26. März gezeigt.

womanhood7Da ist eine, die unter allen, also auch unter Corona - Umständen etwas sagen will und auch zu sagen hat: performativ, tänzerisch, bildnerisch sowie mit Mitteln digitaler Medien: Ursula Graber. „Zu sagen hätte“ ist teilweise zutreffender. Denn das, was sie nun in (corona-bedingt) kleinstem Kreis einer Handvoll Journalisten als live-Premiere präsentierte, ist nicht eben aufgelegt für inhaltlich unmittelbares Verstehen oder geradlinige Entschlüsselung.