ASuiteofDances iconMit einem erfreulichen, wohltuenden Programm feierte das Wiener Staatsballett das Ende des Lockdowns. Gut gewählt waren die Stücke, die TänzerInnen und Publikum nach der langen Trennung wieder zusammenführten – auch wenn sich beide Seiten erst wohl wieder aneinander gewöhnen müssen. Niemand könnte diese „Vermittlungsarbeit“ wohl besser leisten, als die bis heute prägenden Choreografen der klassischen Moderne, Jerome Robbins und George Balanchine.

22 TanzGOLive-Musik begrüßte schon im Foyer des Grazer Opernhauses das Publikum, das bekanntlich seit rund einem halben Jahr, also Corona-bedingt, hier und auch andernorts keine Veranstaltungen live erleben konnte. Entsprechend erwartungsvoll die Stimmung, auch wenn ob der geltenden Maßnahmen (Maskenpflicht, Abstandhalten etc.) eine gewisse Verunsicherung nicht zu überspüren‘ war. 

Schnaufen 150Sie haben das Beste aus den gegebenen Möglichkeiten gemacht: Das Mezzanin Theater und die TanzCompanyELLA. Schon damals, als die tanzaffine Schauspielerin und Regisseurin Hanni Westphal und die jungen Tänzerinnen beschlossen, eine Zusammenarbeit zu wagen. Und dann, als sie im Frühjahr 2020 das zeitimmanente Thema der Einsamkeit von Menschen in den Mittelpunkt ihres Projektes stellten.

Undine7Um die Kosmen Wasser und Luft dreht sich alles in Karl Alfred Schreiners poetischem Abendfüller „Undine – Ein Traumballett“, der ersten Ballettpremiere nach dem Lockdown im Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz. Es sind Bilder von sich langsam entwickelnder, multiplizierender und in sich gekehrter lebendiger Schönheit, die Schreiner hier unter dem Szenen-Topos der Sehnsucht fast kanonartig streng strukturiert über die gesamte Fläche des Theaterraums auffächert. Frei von jeglichem Tempodrang oder hektischem Zwang. 

PB2 SchneesturmMitreißende Turbulenzen. Bloß nicht die Schneekugel schütteln! Es ist ein scheinbar harmloses Requisit, das Choreograf Andrey Kaydanovskiy (als Halbsolist beim Wiener Staataballett engagiert) zum tückischen Begleiter in Marjas Leben macht. Darin steht ein kleines, fensterloses Holzhaus – die Miniatur dessen, was sich als mobile Kulissenwand und in gestaffelten Umrissen in Groß auch im Bühnenbild Karoline Hogls wiederfindet. Symbolkräftig für ein Spiel gegen die Fügungen des Schicksals, bei dem die Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt allzu leicht verschwimmen.

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